Wie ich zu meiner Familie fand...

 ¡Hola maes y Pura Vida!

 

Es ist nicht sehr viel Zeit vergangen seit meinem letzten Blogeintrag, aber es fühlt sich an wie eine Ewigkeit, seit ich mit meinen "mejores amigos" meinen Abschied feierte und mit meinen Brüdern ein letztes Mal Kekse backte.

Jetzt sitze ich am verstaubten Computer meiner Gastfamilie und versuche die Gefühle und Eindrücke der letzten Tage in Worte zu fassen. 

 

Das ganze Abenteuer begann vor einigen Tagen am Freitagmorgen um 5:30, fast alle ( :) ) standen mit fertig gepackten Koffern am Flughafen, bereit zur Abreise. Nach dem Ein-checken war es Zeit für den Abschied. Ich konnte mich zusammenreissen nicht loszuweinen, aber als wir dann durch die erste Sicherheitsschranke gingen brachen die Bänne. Ein letztes Winken und dann gingen wir mit Freude und Trauer zugleich im Herzen zur nächsten Kontrolle.

Der Flug dauerte insgesamt 15 Stunden mit kurzen Flugzeugwechsel in Madrid. Die Zeit verging ziemlich schnell, Briefe wurden geöffnet, Bücher gelesen und irgendwann schweiften wir in die digitale Welt ab, die das Flugzeug zu offern hatte.

 

Angekommen in San Jose wurden wir direkt von einem Afs-Volunteer abgefangen und mit den Brasilianern und den Slovaken ins nahe liegende Camp verfrachtet. Dort trafen wir auf einige andere Nationalitäten, die schon vor uns eingetroffen waren. Der Abend verlief witzig mit lauter neuen Bekanntschaften aus aller Welt. Wir Schweizer, die von der Schule quasi gezwungen sind zur Mehrsprachigkeit, konnten nun vom ewigen Vokabelbüffeln profitieren 

Und als ich am nächsten Morgen aufwachte, frisch geduscht und angezogen Richtung Speisesaal lief - es war noch dunkel, wie das in Costa Rica am frühen Morgen üblich war, so dachte ich -

musste dort von den Volunteers erfahren, dass es erst Mitternacht war und ich wieder schlafen gehen konnte.

Soviel zu meinem Jetlag. 

 

Am folgenden Tag (wirklich) ging es richtig los mit dem Orientationcamp. Nach dem Frühstück wurden wir eingeteilt in Gruppen, in denen wir den Tag verbringen sollte. 

In Verlauf der nächsten Stunden spielten wir Spiele und lösten Aufgaben, die uns Costa Ricas Kultur und die Regeln und Ziele des Kulturaustausches näher bringen sollten.

Am Abend wurde das erste Mal getanzt. Auch wenn es bei den meisten von uns noch relativ holprig ausschaute, machte es extrem viel Spass. 

 

Und am Sonntag ging es dann nach ein paar Gruppenfotos endlich los zu den Familien. 

Als wir nach 5 Stunden Busfahrt in Santa Cruz ankamen war es bereits später Nachmittag. Meine Familie empfing mich sehr herzlich und ich fühlte mich auch im Haus von Anfang an wohl.

Den restlichen Tag verbrachte ich mit auspacken, Geschenke verteilen, Spiele mit meinem Bruder spielen und kurze Kleider kaufen. 

(Ich hatte angenommen, dass es unanständig wäre mit kurzer Kleidung herumzulaufen, da Costa Rica ein sehr religiöses, eher konservatives Land ist und hatte aus diesem Grund viele dreiviertel und längere "Ropa" eingepackt, wie es mir vermehrt angeraten wurde.)

[Note an zuküftige Costarica -Austauschschüler/ -Reisende: Besonders im heissen Teil des Landes; Guanacaste, Puntaarenas, Limón; sind Hotpants und Träger- bis bauchfreie -Tops total normal und werden sogar in die Kirche angezogen]

 

Das ist die kleine, aufregende Geschichte wie ich zu meiner tica Familie gelangte. 

 

Hasta la vista, Baby!

 

Und legt euch mal in den Schnee für mich, ich bin hier am schmelzen. 

 

Lara

 

 

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