Es ist zu heiss, um einen guten Titel zu finden!

Grüezi metenand im schöne Costaricanerland

Einen Monat und 8 Tage in Costa Rica. Mehr als ein elftel ist jetzt um.

Manchmal erschreck ich, wie schnell die Zeit vergangen ist, aber gleichzeitig erwisch ich mich manchmal, im Geiste einen Tag mehr abzuhacken, den ich "geschafft" habe, getrennt von Familie und Freunden aus der Schweiz zu sein.
Aber ich habe so lange auf dieses Abenteuer gewartet, ich will das jetzt geniessen und voll auskosten.

 

Da steh ich also im Wohnzimmer, übermotiviert alles zu sehen und zu entdecken, neben mir meine Familienmitglieder deren Pläne für die kommenden freien Tage aber schon gemacht sind, mit Fernsehen schauen zuhause. Manchmal muss ich mich dann selbst daran erinnern, dass dies keine Abenteuerferien sind. Ich soll hier ein Leben beginnen und dazu gehört es auch, ab und zu einfach in den Tag hineinzuleben und Zuhause in der Familie Zeit zu verbringen. Wie ich das in der Schweiz genauso mache. Ausserdem habe ich in dieser Zeit auch schon viel gesehen und erlebt:
Wir fahren oft an den Wochenenden in unser 30 Minuten Autofahrt entferntes Strandhaus, von dem aus wir schnell an verschiedenste Strände in der Umgebung komme. Praktisch jede Woche findet irgendeine Fiesta in einem Nachbardörfchen statt, was mir bei sehr grosser Langeweile die Möglichkeit gäbe, dem Alltag etwas zu entkommen. (Fiesta = bedeutet eigentlich Fest aller Art; in diesem Kontext: traditionelles Dorffest, bei dem es Rodeoreiten, traditionelle Tanzaufführungen und manchmal auch kleinere Kilbliattraktionen, wie Putschiautos oder ähnliches gibt)

Praktisch jede Woche unternehme ich etwa mit den anderen Austauschschüler. Wir verstehe uns sehr gut, aber ich bin die einzige, die hier bleibt für ein Jahr. Manchmal mache ich mir etwas Sorgen, dass ich mich zu sehr auf sie als Freunde verlassen und irgendwann alleine dasteh.
Ich bin auch hierher gekommen, um Latinos kennenzulernen und Beziehungen zu Costa Rica aufzubauen.

Aber in manchen Momente bin ich einfach zu müde und kraftlos, um lustig und cool auf Spanisch zu sein und es tut unglaublich gut, sich in einer vertrauteren Sprache über irgendeinen Kulturunterschied zu beschweren.

 

Ich konnte jetzt auch in einigen Sportgruppen beitreten und habe ein ziemlich volles Programm:
Im colegio spiele ich zwei Mal die Woche Volleyball und bin in der Tanzgruppe der Schule beigetreten, wo ich baile popular (moderne Tänze wie Salsa, Merengue und Bachata) lerne.

Ausserdem habe ich mich nach einem Tanzauftritt auf einer Fiesta in Liberia, so in die Art des volkstümlicher Tanzes verliebt, dass ich nicht anderst konnte als einer Gruppe beizutreten und dort jetzt dreimal die Woche baile folclor lerne.

Und wenn ich gerade Zeit und Lust habe, gehe ich auch Joggen oder ins Zumba. 

 

Es macht mir unglaublichen Spass, mich beim Sport so richtig auszutoben. Ich kann mich einfach noch nicht ganz mit der dicken Version meines Selbsts anfreunden.
Gleichzeitig ist es eine gute Möglichkeit neue Leute kennenzulernen und Freundschaften zu schliessen. Sagt man zumindest. Bis jetzt kann ich noch nicht wirklich sagen, dass ich viele Costa ricanischen Freunde habe. Es ist schwierig, schnell Kontakte zu knüpfen in einer Sprache, die man erst seit gemässer Zeit am lernen ist. Meine Beziehungen zu den Einheimischen gleichaltrigen sind bestehend aber oberflächlich.
Aber "time will come" oder so...

In und mit der Familie habe ich es sehr gut. Ich fühle mich wohl und es kommt schon oft das Zuhause -Gefühl auf, wenn ich so im Wohnzimmer sitze und mit meinem kleinen Bruder ein Spiel spiele oder einfach bewegungslos die Hitze aushaltend auf der Couch daliege und vor mich hin schwitze. (Wir haben gerade die heisseste Woche des ganzen Jahres mit bis zu 37 grad celsius, aber ich befürchte dass diese "Woche" noch ein paar Monate andauert...)

Schule ist immer noch sehr anstrengend. Mit der Hitze, dem Spanisch und dem sich in bestehende Freundesgruppen integrieren müssen.
Aber auch das muss wohl so sein.
Auf dass es jeden Tag ein bisschen besser wird!

 

 


Schon lange nichts mehr von mir gehört ich weiss, aber besser spät als nie!
Ich habe viele Dinge zu erzählen aber wenig Zeit um es auszuformulieren und niederzuschreiben.
Aber morgen beginnt die Schule wieder - da habe ich viel freie Zeit um mich vom Wochenende zu erholen und euch davon zu berichten.

Nächster Blogeintrag kommt bald - Versprochen!

Also dann Ganz Liebe Grüsse
Und
Hasta la vista, Baby!

Lara


[Die dazugehörende Fotos werden "ahorita" (jetzt dann in unbestimmten Zeitraum - mein Lieblingsticowort, um alles mögliche rauszuzögern) aufgeladen]

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Kommentare: 2
  • #1

    Dominique Boomsma (Donnerstag, 14 April 2016 08:33)

    Liebe Lara
    ich habe den Bericht im AFS spotlight über dich gelesen (toller Artikel!) und den Blog Verweis gesehn. Darum hab ich soeben deinen ganzen Blog gelesen und finde ihn super! Ich wünsche dir eine ganz tolle Zeit in Costa Rica! Herzliche Gratulation für dein "Ambassador-Stipendium". Bin gespannt darauf zu sehen, wie sich dein Projekt weiterentwickelt und was du in deinem Austauschjahr alles erlebst. Deine Spanisch Kenntnisse werden sich sicher sehr schnell verbessern, bis du sogar anfangen wirst in der Sprache zu träumen und du dir nicht mehr vorstellen kannst, dass es jemals anders war :) . Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Geduld und Durchhaltevermögen und vor allem viel Spass. Werde deinen Blog weiter besuchen.
    (Falls du dich fragst woher wir uns kennen: du hast vor ein paar Jahren bei einem Wochenende in Passugg meine Kinder gehütet, mein jüngster Edward ist gl).
    Que tengas un buen ano!
    Dominique

  • #2

    Dewey Magby (Montag, 06 Februar 2017 15:46)


    I will immediately seize your rss as I can't find your e-mail subscription link or newsletter service. Do you've any? Kindly let me recognise in order that I could subscribe. Thanks.